Schlank und Schnell: Vivaldi

Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich meinem damaligen Lieblingsbrowser Opera den Rücken gekehrt und zu Chromium gewechselt bin. Mittlerweile tut sich aber wieder was am Browsermarkt, und ich habe einen neuen Liebling entdeckt: Vivaldi.

Viele Vorteile

Leichtgewichtig und Schnelligkeit sind eigentlich die Hauptkriterien, die ich an einen Browser stelle, zudem sollte der Datenschutz nicht zu kurz kommen (weshalb ich Kandidaten wie Chrome ausschließe) und obendrein sollte der Browser auch noch an meine Bedürfnisse anzupassen sein.

All das schafft Vivaldi mit einer Leichtigkeit, die ich damals beim ‘alten’ Opera schon bewundert habe.

Hier nur ein paar der Vorteile, die ich an Vivaldi schätze:

  • Tab-Stacking:Die Möglichkeit verschiedene Tabs, zum Beispiel thematisch zusammenzufassen als einen einzigen Tab.

    Mehrere Tabs als einen zusammengefasst
    Seiten Thematisch als einen Tab abbilden, mit Vivaldi geht´s!
  • Sessions:Geht in die gleiche Richtung wie das Tab-Stacking. Es ist hiermit möglich, komplette Browsersessions zu speichern und bei Bedarf wieder aufzurufen. Nützlich bei verschiedenen Kontexten wie zum Beispiel Arbeit / Privat oder bei der Themensammlung für ein bestimmtes Projekt.
  • Web-Panels:Ein äußerst nützliches Feature versteckt sich in der Sidebar, hier ist es nämlich möglich, eine komplette Website anzeigen zu lassen, die sich ständig selbst aktualisiert. So kann man zum Beispiel während des Surfen den Twitter-Stream im Auge behalten. Oder man schaut sich sich eine Liveveranstaltung nebst dem dazugehörigen Stream, an um ja keine Information zu verpassen.

    Web Panel in der Praxis
    Im Panel läuft Twitter nebenher.
  • Mehrere Seiten in einem Browserfenster:Beim Vergleichen von Produkten nutze ich dieses Feature sehr häufig. Es können zwei oder mehr Seiten parallel in einem Browserfenster angezeigt werden. Somit entfällt das lästige hin und herspringen in Tabs, oder Fenstern.

    Zwei Seiten gleichzeitig in einem Browserfenster
    Mit Vivaldi können 2, oder mehr Seiten gleichzeitig in einem Fenster angezeigt werden.
  • Notizen:Gerade beim Recherchieren für einen Artikel oder beim Sammeln von Informationen mache ich mir sehr gerne Notizen. Diese kann ich mit Vivaldi direkt in der Sidebar speichern und mit einer URL hinterlege, so bleiben die Infos und die entsprechenden Seiten immer beisammen.
  • Quick Commands:Drückt man ‘Command + E’ unter OS X, oder ‘F2’ unter Windows erhält man ein Quick-Command Fenster. Hier sind verschiedene Optionen möglich, vom Ansteuern eines speziellen Tabs zum Setzen von bestimmten Einstellungen geht eigentlich alles.

    Quick Command Fenster
    Das Qucik-Command Fenster in Vivaldi

Generell ist der gesamte Browser extrem auf die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Das fängt bei den Farben an (keine speziellen Themes notwendig !) und hört bei den Extensions auf. Hier ist Vivaldi kompatibel zu den gängigsten Chromes Extensions.

Selbst die gängigsten Tools für Webentwickler laufen ohne Probleme, also gibt es eigentlich nichts, was ich im Moment vermisse.

Wem also Firefox zu langsam, Chrome zu datenhungrig und Opera zu langweilig geworden ist, sollte sich definitiv Vivaldi einmal ansehen, es lohnt sich!

Schlank und Schnell: Vivaldi

Goodbye TextExpander

Moving TextExpander to KeyboardMaestroTextExpander (TE) war lange Zeit mein Programm der Wahl, wenn es um die Verwendung von Text-Bausteinen ging. Aus der Kombination ‘lsig’ wurde dann in Sekundenbruchteilen meine komplette Signatur gezaubert. Über die Jahre haben sich so mehrere hundert solcher Bausteine gesammelt. Aber jetzt ist Schluss damit. Smile, die Entwicklerfirma hinter TextExpander geht mit der neu erschienenen Version 6 einen Schritt in die meiner Meinung nach falsche Richtung.

Hiermit meine ich nicht das neue Abomodell. Davon kann man halten, was man möchte, aber den Preis dafür wäre ich bereit gewesen zu zahlen. Nein, ich rede von der Cloud-Lösung, die sich Smile ausgedacht hat. Die ist nämlich nicht optional, sondern alternativlos, wenn das Tool auf mehreren Rechnern oder iOS Geräten gleichzeitig verwendet werden soll.

Vorher waren die Optionen: Dropbox und iCloud – zugegeben auch nicht die besten Alternativen, aber immerhin. Ein weiterer Punkt ist nämlich die Sicherheit der Daten. Meine gesamten Snippets würden im Plaintext(!) auf den Servern von Smile liegen.

Nicht nur das potenziell jeder Mitarbeiter von Smile meine Daten lesen könnte (Ich vermute sehr stark, dass dem sicher nicht so ist), nein, auch jeder Angreifer hätte im Handumdrehen Zugriff auf solche Dinge wie meine IBAN, private Mailadresse und vieles mehr. Verschlüsselung? Fehlanzeige…

Das ist einerseits schade, läuft die Software doch schon seit Version 3 bei mir ohne Unterbrechung. Andererseits entstehen so auch wieder neue Möglichkeiten. Denn ehrlich gesagt, voll ausgenutzt habe ich den Funktionsumfang von TE nie. Daher fiel mir auch der Wechsel zu KeyboardMaestro (KM) leicht. Das Tool habe ich ebenfalls schon lange im Einsatz, allerdings bisherfür einen vollkommen anderen Einsatzzweck.

Der Umzug von TE nach KM gestaltet sich auch problemlos, für Ungeduldige gibt es bereits fertige Skripte 1 und 2. Ich habe den Umzug allerdings gleich dazu genutzt, kräftig aufzuräumen. Ich fange quasi wieder bei 0 Snippets an und alles, was ich mehr als 3x in Folge irgendwo tippen muss, wird als neues Snippet angelegt. Fertig.

Das einzige, was ich wohl wirklich vermissen werde, sind die – wirklich guten – Autokorrektur Snippet-Groups aus TE. Gerade im Englischen waren die eine große Hilfe. Werden doch die häufigsten Typos sofort korrigiert.

Sollte jemand hierfür eine Lösung parat haben, immer her damit!

Ansonsten schaut in die Links, da ist alles Wissenswerte zum Umzug erklärt.

Falls Ihr noch mehr über Alternativen zu TE hören wollte, empfehle ich diese Folge vom Übercast zu hören. Hier gibt der gute Andreas auch noch einen, wie ich finde, hilfereichen Tipp für ein KM Helper Marco.

  1. http://leancrew.com/all-this/2016/04/importing-textexpander-snippets-to-keyboard-maestro/
  2. https://ryanmo.co/2016/04/10/moving-textexpander-snippets-to-keyboard-maestro/
Goodbye TextExpander

Eine Meinung zur Trainingsanalyse

Das Bild des Sportler™ ist von Haus aus meist mit diversen Klischees behaftet und oft bedient er selbige auch mit einem Fleiß, der so manchem beim Training echt weiterhelfen würde…
Ein solches wäre zum Beispiel der Drang, alle Arten der sportlichen Aktivitäten aufzuzeichnen und zu dokumentieren. Vom Zählen der Schritte bis zum Bahnenzählen im Wasser wird alles notiert was nicht Niet und Nagelfest ist. Notwendig oder nicht? Ist das hier die Frage? Wir werden sehen…

Sportler mit Diagramm zur Trainingsanalyse
Credit: lumesse.typepad.com

Generell ist gegen die Dokumentation des Trainings nichts einzuwenden, im Gegenteil. Aus Sicht eines Trainers begrüße ich es sogar! Wenn es richtig gut läuft, lassen sich aus solchen Trainingstagebüchern richtig gute Informationen gewinnen und – vor allem – verwerten. Ohne den letzten Schritt bleibt jedoch nicht viel, außer vielleicht irgendwann seinen Enkeln Schwarz auf Bildschirm berichten zu können, was man früher zu leisten im Stande war. Auch bringen dann die ganzen High-Tech Uhren, Sportracker und Gadgets letztendlich nur eines: Frust. Frust deshalb, weil in der Zeit, in der das entsprechende Gerät installiert und konfiguriert wird, hätte man problemlos die Bestzeit auf seiner Hausrunde pulverisieren können. Im Ernst – ich habe auf einer Fortbildung einen Vertreter der Spezies “All Data belongs to me” getroffen, der brauchte vor einem stinknormalen Trainingslauf ganze 10 Minuten bis seine diversen Gadgets mit gefühlt 1kg Zusatzgewicht einsatzbereit waren.

Der Nutzen

Wie bereits gesagt, ist die Verwendung der diversen Geräte auf dem Markt per se nicht schlechtes. Es sollte aber vorab klar sein, was ich damit erreichen möchte. Dazu zählen zum Beispiel die Kontrolle des Trainingsfortschrittes und die daraus resultierende Steuerung des Trainings. Dafür ist nicht viel notwendig. Puls, Zeit Strecke und das persönliche Empfinden sind meiner Meinung nach die wichtigsten Indikatoren. Für die Ambitionierten vielleicht auch noch die Leistung (auf dem Rad). All dies lässt sich prima mit einer einfachen GPS-Sportuhr erledigen. Alles Weitere ist Bonusmaterial, das dem Ego hilft, aber sonst auch keinem1. Wenn ihr euch jetzt auch noch die Zeit nehmt, um diese Uhr und ihre, wahrscheinlich, reichhaltigen Funktionen kennenzulernen, seid Ihr auf dem richtigen Weg und es steht einer guten Auswertung nicht mehr im Weg.

Wozu dann der ganze Rest fragt Ihr euch? Die diversen Online-Portale, die ganzen Schrittzähler, Schwimmbahnenzähler und was es nicht alles gibt. Persönlich habe ich keine Idee dazu, Ihr vielleicht?


  1. sofern Ihr das Prädikat “Hobbysportler” tragt. 
Eine Meinung zur Trainingsanalyse

Let´s Encrypt bei All-Inkl.com

Es ist noch gar nicht lange her, dass ich den Blog auf SSL umgestellt habe. Jetzt steht aber schon das nächste Update ins Haus den All-Inkl.com, der Hoster meines Vertrauens, unterstützt jetzt auch Zertifikate von Let`s Encrypt.

Die Einrichtung dafür ist sehr Einfach gelöst. Im KAS der jeweiligen Hauptdomain auf SSL-Schutz klicken und anschließend auf den Reiter Let`s Encrypt. Hier den Hinweis durchlesen (Es ist noch in einer Beta!), den Haken setzen und auf Übernehmen klicken. Das war´s!
Das Ganze müsst Ihr auch bei den jeweiligen Subdomains “von Hand“ nachholen, automatisch passiert dies leider nicht (Danke Florian für den Tipp!).

Sicherlich kann lässt sich vortrefflich darüber streiten das auf diese Art und Weise die Integrität der Zertifikate nicht sichergestellt werden kann. Aber ehrlich, wer kann das bei Diensten wie StartSSL und Co nachweisen? Niemand. Daher bin ich so frei und nehme den Service so wie er ist dankend in Anspruch.

Jetzt gibt es SSL von Let`s Encrypt
Jetzt gibt es SSL von Let`s Encrypt
Let´s Encrypt bei All-Inkl.com

Wechsel von CrashPlan zu Arq

Nicht zuletzt wegen meines Datencrashes vor einigen Jahren schwöre ich auf eine gute Backup-Strategie. Diese beinhaltet auch ein sogenanntes Offsite-Backup, also eines, das nicht auf Hardware gespeichert wird, die physisch in eurem Haushalt vorhanden ist. Da es sich hierbei um den Inhalt meiner kompletten Festplatte handelt, ist es logischerweise in meinem Interesse, dass diese Daten verschlüsselt übertragen und verschlüsselt auf dem Server des Anbieters landen.

Bisher nutzte ich dafür den Service von CrashPlan. Dort kostet das 1-Jahres Abo im Familien Tarif – ich verwalte nebenbei auch noch die Backups einiger Familienmitglieder – rund 140,- Euro. Darin enthalten ist unlimitierter Speicherplatz für bis zu 10 Rechner. Es gab die Möglichkeit einen Key zum Verschlüsseln zu generieren, allerdings nur innerhalb der Software selbst. Es gab keine Option diesen extern zu erzeugen und einzufügen. Die Übertragung der Daten auf Server in den USA wurde ebenfalls 128bit AES Verschlüsselt. Soweit, so gut.
Was mich allerdings, abgesehen von dem dubiosen erzeugen des Krypto-Keys, noch mehr verzweifeln ließ, war die Client Software von Crashplan. Dieser in Java geschriebene Alptraum frisst nicht nur Systemressourcen ohne Ende, nein, er ist auch schnarchlangsam. Es gibt hier zwar einige Tricks, um die Sache erträglicher zu machen, aber es ist und bleibt halt keine native Software, die übrigens laut Anbieter seit gefühlt 5 Jahren in der Entwicklung ist.

Was neues musste also her: Arq.
Arq gibt es als native Software für Windows und für OS X, sie ist schnell, ressourcenschonend und obendrein sehr funktionell aufgebaut. Backup Ziel angeben, Ordner auswählen und los gehts. Der Client kostet als Single Lizenz 40 US-Dollar. Im Bündel wird’s entsprechend günstiger.
Der Haken an Arq: Sie bieten auch Online-Speicher an, dieser ist aber hoffnungslos überteuert. Hier habe ich mit Storage Box von Hetzner jedoch eine adäquate Lösung gefunden. Die 1 TB Box kostet 9,40 Euro pro Monat und reicht für insgesamt 4 Rechner erst mal eine ganze Weile aus. Die Verbindung erfolgt über SFTP mit selbsterstellten Zertifikaten und ist selbst für einen Laien im Handumdrehen erledigt. Schön an der Storage Box ist die monatliche Kündbarkeit und der problemlose Wechsel in andere Pakete. Das sucht man bei anderen Anbietern meist vergeblich.

Allerdings bedeutet der Wechsel, dass nun alle alten Backups bei CrashPlan weg sind und ich für jeden Rechner ein Basis-Backup zu Hetzner hochladen muss. Dies kann, bei entsprechender Größe und aufgrund unserer sauschnellen Internetverbindung  eine ganze Weile dauern. Achtet daher in dieser Zeit darauf das zumindest die TimeMachine Backups funktionieren.

Eines noch zum Schluss, das beste Backup ist nutzlos wenn es im Falle eines Falles defekt ist. Hier bieten CrashPlan als auch Arq entsprechende Routinen um die Backups zu überprüfen. Auch schadet ein gelegentliche Test nicht ob ihr eure Daten zuverlässig wiederherstellen könnt.

Wechsel von CrashPlan zu Arq

Neue Hardware: QNAP TS-251

Nachdem meine, mittlerweile etwas in die Jahre gekommenen, QNAP TS-210 den Geist aufgegeben hat, wurde es Zeit für was neues. Zuerst hatte ich daran gedacht, das Lager zu wechseln und mir eine Synology DiscStation (216) zuzulegen. Warum es trotzdem wieder QNAP geworden? Lest selbst.

Einsatzzweck des NAS bei mir sind: Virtualisierung (VM und Container), Backup zweier Rechner (TimeMachine), Datensilo für meine Archive und Speicherplatz für diverse Videos. Die Entscheidung für ein 2-Bay Gerät viel zugunsten der geringeren Leistungsaufnahme und der fehlenden Notwendigkeit für mehr Speicherplatz 😉

Hardware

Ich gehe hier nur auf die Punkte ein, die für meine Entscheidung wichtig waren. Es gibt da durchaus auch andere Präferenzen!

QNAP setzt auf einen Intel Celeron mit 2,41GHz, während Synology einen Marvell Chip mit 1,3GHz verbaut. Letzterer ist zwar etwas stromsparender (15.48W vs. 19.22W) aber auch nicht so leistungsfähig.
Um Virtuelle Maschinen und Container auf dem NAS laufen zu lassen, benötigt man vor allem eines: Viel RAM. Hier hat QNAP einen entscheidenden Vorteil, es wird mit 1GB ausgeliefert1, aber der RAM lässt sich erweitern. Ich habe meiner gleich 8GB spendiert und bin sehr zufrieden damit. Zum Vergleich, die DS-216 kommt mit 512MB RAM, welcher nicht erweiterbar ist.
Ein weiterer Pluspunkt für das QNAP: Port-Trunking 2x1GB Ethernet sind zwar nicht doppelt so schnell, aber dennoch deutlich leistungsfähiger als nur ein Port wie bei der Synology.
HotSwap ist ein Feature in der Kategorie nice to have. Dieses sucht man bei der Synology vergebens.
Warum man der Synology keinen Front USB 3.0 spendiert hat, bleibt mir auch ein Rätsel. Bei mir stehen die Geräte im Serverschrank und da möchte ich ungern hinten rumfummeln müssen, um schnell Daten auf das Gerät zu bekommen.

Software

Lange Zeit war der DiscStation Manager von Synology dem QTS vom QNAP deutlich überlegen, dies war für mich tatsächlich lange der Grund, warum ich neidisch zu Synology rübergeschielt habe. Aber, es hat sich viel getan, und die QTS Version 4.2 verspricht einiges.
Container und Virtuelle Maschinen kann man sehr bequem in einer jeweiligen App Starten. Somit laufen diese getrennt vom Systemprozess und können im Bedarfsfall einfach abgeschaltet werden. Zudem wurde meiner Meinung nach der DLNA Service massiv verbessert. Streaming von Filmen auf den heimischen Fernseher ist mit der TS-251 kein Problem mehr.
Ein weiterer Punkt: Die Sicherheit. Hardwareverschlüsselung bieten beide Geräte, aber bei QNAP findet man zusätzlich 2-Faktor Authentifizierung und die Möglichkeit einen VPN-Server mit L2TP/IPsec zu erstellen. Somit sollte auch die Verbindung von draußen einigermaßen abgesichert sein. Dafür habe ich im Moment noch keinen Anwendungsfall, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Soviel zu meiner Entscheidung. Welches NAS habt Ihr den im Einsatz und wofür nutzt Ihr es?


  1. Es gibt auch Gerät mit mehr RAM zu Kaufen, hier lohnt jedoch ein Preisvergleich. Meist ist ein Aufrüsten “von Hand“ deutlich billiger. 
Neue Hardware: QNAP TS-251

Goodbye GMail!

Eigentlich bietet Gmail alles, was das Herz begehrt. Große Dateianhänge? Kein Problem! Sicherer Zugriff von überall? Klar doch! Nahezu unbegrenzter Speicherplatz? Auch das!
Warum ich trotzdem dem Dienst den Rücken kehre und was es stattdessen für Möglichkeiten gibt, erkläre ich hier.

Was spricht dagegen

Machen wir uns nichts vor, Google (aka als Alphabet) lebt von Werbeeinnahmen. Dies macht natürlich nicht vor Ihrem kostenlos angebotenen Emaildienst halt1. Das diese kontextbezogene Werbung nur maschinell auswertet, ist auf der einen Seite zwar löblich, aber auf der anderen Seite auch bedenklich. Wer weiß schon genau, was noch an Metadaten aus den Mails gewonnen wird? Nicht nur das, wer kann noch auf diese Daten zugreifen?
Alles Fragen, auf die ich keine Antwort mit Gewissheit habe und je bekommen werde.

Darüber hinaus sollte jedem klar sein, Google könnte den Dienst, wie auch schon viele andere zuvor, einfach schließen. Und dann? Alle Mails futsch… Zugegeben, ein Recht hypothetisches Ereignis, aber keineswegs unmöglich.
Ähnlich sieht es aus wenn der Zugriff auf Gmail mal nicht funktioniert, sei es weil Ihr etwas verbockt habt, oder weil der Dienst nicht zu erreichen ist. Habt Ihr schon mal versucht bei Google jemand persönlich zu erreichen? Ein denkbar schwieriges Unterfangen. Worst case kommt Ihr überhaupt nicht mehr an eure Mails und könnt nichts dagegen tun!

Beachten solltet Ihr auch die Tatsache, dass eure Mailpartner, ob sie wollen oder nicht, ebenfalls von Gmail indexiert und erfasst werden. Peter Eckersley von der EFF meint dazu:

If all of your friends use Gmail, Google has your email anyway. Any time I email somebody who uses Gmail — and anytime they email me — Google has that email2.

Das mag auf den ersten Blick nicht relevant sein. Aber, mit Sicht auf die Möglichkeiten, die aus einer Auswertung der Daten resultieren, wird mir anders.

Und was sonst?

Alternative Webmailer

Hier muss man unterscheiden, bei Anbieter wie Web.de, GMX.de, Outlook und Co würde man sprichwörtlich den Teufel mit dem Beelzebub austreiben. Da steckt ein ähnliches Geschäftsmodell hinter wie bei Gmail, wenn auch die Reichweite bei weitem nicht an die von Google herankommt.

Anders sieht die Sache bei Anbietern wie Posteo oder ProtonMail aus. Diese Anbieter kann man durchweg als vertrauenswürdig einstufen.
Posteo betreibt seine Server nur in Deutschland und ist sehr transparent gegenüber seinen Kunden3. Posteo kostet auch nur einen kleinen Euro pro Monat. Einziger Haken: Es sind keine eigenen Domainnamen möglich. Eure Mailadresse endet immer mit @posteo.de
Bei ProtonMail handelt es sich um einen Service aus der Schweiz, dieser hat das zusätzliche Feature das Emails innerhalb des Dienstes Ende-zu-Ende verschlüsselt werden. Das heißt, nicht mal der Admin des Server könnte eure Emails lesen. Unklar ist allerdings noch das Geschäftsmodell, da der Dienst noch nicht lange aus seiner Beta-Phase heraus ist. Im Moment sieht es danach aus, dass sie wohl auch einen Obolus verlangen werden.

Es gibt am Markt auch noch Mail.de als Anbieter. Hier kann ich aber nichts zu sagen. Ich kenne keinen der diesen Dienst nutzt.

Shared Hosting

Viele Hosting Provider bieten die Möglichkeit zur passenden Domain auch gleich die entsprechenden Mailadresse zu registrieren und zu verwalten. Hier ist ganz klar der Vorteil: die erstellten Mailadressen gehören ganz klar zu eurer Domain. Zu den Nachteilen gehört definitiv, dass ein Wechsel des Anbieters durchaus problematisch werden kann, wenn auch gleich alle Emails und Adressen mit umgezogen werden müssen.
Auch sollte man den Anbieter seiner Wahl genau unter die Lupe nehmen. Die Server sollten zumindest in der EU stehen und zudem sollte eine hohe Verfügbarkeit garantiert werden. Ich selbst bin seit Jahren Kunde bei all-inkl und dort vollkommen zufrieden.

Mailadressen vom ISP

Von einer Mailadresse beim Anbieter seines Internetanschlusses kann ich nur abraten! Wird der Anschluss gekündigt, sind auch die Mails weg.

Eigener Mailserver

Eine Lösung für die Nerds unter euch. In der Vergangenheit hatte ich so was mal im Einsatz, aber ehrlich? Der Aufwand und die Zeit, die Ihr investieren müsst, bis das ganze mal läuft, ist enorm. Danach hat man das Thema Email zwar verstanden, ist aber auch darauf angewiesen, dass die eigene Infrastruktur permanent läuft und erreichbar ist. Obendrein ist diese Lösung auch recht kostspielig. Irgendwo muss ein Server im Internet platziert werden und das ist in der Regel nicht günstig.

Fazit

Für meinen Teil bin ich mit der Shared Hosting Lösung bei all-inkl sehr zufrieden. Sicherlich hat hier auch der Anbieter die Möglichkeit auf die Email zuzugreifen, aber es besteht hierfür in der Regel kein Interesse, oder gar eine Notwendigkeit. Die zweite Alternative: eine Hauptadresse bei einem der beiden Web Mailer. Der eigene Mailserver bleibt der nerdigen Aluhut-Fraktion überlassen. Es ist, wie schon geschrieben, eine geniale Erfahrung, aber meine gesamte Korrespondenz möchte ich durch eine unachtsame Konfiguration oder ein fehlerhaftes Update nicht verlieren.

Weiterführende Links

  • Unsicherheitsblog4
  • Google has most of my email, because it has all of yours5
  • How and why to quit Gmail6
Goodbye GMail!

Talkempfehlungen vom 32C3

Da ich leider nicht persönlich in Hamburg sein konnte, bin ich froh, dass das VOC die Videos vom 32C3 in einer Qualität und Geschwindigkeit ins Netz gestellt hat, das einem Schwindelig wurde. Danke dafür!

Nachfolgend ein paar Empfehlungen für Talks die ich bereits gesehen habe und interessant gefunden habe. Weitere Talks findet Ihr, wie immer, unter: http://media.ccc.de.

Falls Ihr noch Talks habt die ich unbedingt gesehen haben sollte, immer her damit!

Talkempfehlungen vom 32C3

Checkt euer Facebook Profil

Bekanntermaßen bin ich kein Freund von Facebook, aber wie es nun mal so ist, bestimmt der größte gemeinsame Nenner an Kontakten den Ort des Geschehens. Daher komme auch ich nicht umher dort auch ab und an vorbeizuschauen.

Facebook Like Buttons
Quelle: gizmodo.com

 

Um die möglichen Einstellungen, insbesondere die der Privatsphäre, zu verstehen braucht man mittlerweile ein Informatik Diplom. Daher kann ich euch nur wärmstens diesen Artikel ans Herz legen. Dieser beschreibt einfach und schnell was Ihr zu tun habt um eure Facebook-Profil ein wenig mehr abzusichern.

Es tut auch bestimmt nicht weh, versprochen!

Checkt euer Facebook Profil

SMARTe Ziele

SMART ist ein Akronym, das seinen Ursprung im Projektmanagement hat und bei der Definition von Zielen hilft. Es steht für:

  • Spezfisch
  • Messbar
  • Akzeptiert
  • Realistisch
  • Terminiert

Da solche Zieldefinitionen nicht nur für einen Projektplan von Nutzen sind, möchte ich hier versuchen, SMARTe Ziele für den sportlichen Jahresplan zu definieren.

Spezifisch

Das Ziel sollte eindeutig sein. Klingt für einen Sportler recht einfach, aber ist es das? Ist jeder Wettkampf ein Ziel? Oder ist die Verbesserung der 10km Bestzeit eines? Es ist doch komplizierter als gedacht.
In der Jahresplanung eines Amateursportlers sollten meiner Meinung nach nicht mehr als 2-3 solcher Ziele definiert werden. Was das ist, bleibt euch überlassen. Bei mehr wird ein Erreichen schon deutlich komplizierter. Das heisst nicht, dass Ihr jetzt nur noch an 3 Wettkämpfen pro Jahr teilnehmen dürft. Aber konzentriert euch auf ein paar wichtige und ihr werdet schnell merken, dass das Erreichen von bestimmten Zielen wesentlich einfacher ist als gedacht.

Messbar

Wieder einfach! Messbarkeitskriterien gibt es ja viele im Sport. Zeiten, Umfänge, VO2max, Schrittfrequenz und noch viele mehr. Aber was nehme ich als Basis? Meine letzte Bestzeit über 10km liegt rund 4 Jahre zurück, kann ich mich immer noch darauf beziehen um mir neue Kriterien zu setzen? Bestimmt nicht.
Daher solltet Ihr früh in der Saison eine Standortbestimmung machen. Wo stehe ich hier und jetzt? Sei es eine Leistungsdiagnostik, oder “nur” ein 1000m Test auf der Bahn. Es ist für die weitere Planung wichtig.

Akzeptiert

Jetzt wird es schon komplizierter… Ich sollte meine Ziele so wählen, dass Sie für mich auch attraktiv und machbar sind. Bin ich zu defensiv bei der Auswahl fällt mir die Motivation im Training eventuell schwer. Sind sie zu Offensiv bin ich ebenfalls schnell demotiviert.
Auch sollte man an sein Umfeld denken, eine Langdistanz zu Planen ohne vorher mit der Familie gesprochen zu haben kann schnell in die Hose gehen. Nicht jeder ist bereit für den Sport alles hinten an zu stellen.

Realistisch

Es ist das eine, die 10km Bestzeit von 65min auf 55min zu verbessern. Etwas ganz anderes ist es allerdings von 38min auf 35min zu kommen. Beides setzt natürlich ein konsequentes Training und entsprechende Umstände voraus. Aber letzteres ist eventuell gar nicht erreichbar, da das entsprechende Training nicht realisiert werden kann (entsprechende KM und/oder die zu laufende Pace) Jeder ist hier anders. Was der Vereinskollege spielend zu meistern scheint, kann für euch ein Ziel sein, welches schlichtweg zu hoch gegriffen ist. Hier ist es enorm wichtig, ehrlich zu sich selbst zu sein. Was kann ich leisten und, noch wichtiger, was bin ich zu leisten bereit?
Wer Schwierigkeiten bei einer solchen Zieldefinition hat, sollte sich Hilfe holen. Das können erfahrene Vereinskollegen sein, oder ein Trainer.

Terminiert

Wieder etwas komplizierter… Wettkampftermine stehen in der Regel fest. Das macht es nahezu unmöglich, kurzfristig zu sagen, ich starte, oder nicht. Dies würde ich nämlich empfehlen, wenn es mit der Vorbereitung nicht so optimal geklappt hat wie es sollte. Klar, ich rede nicht vom 5km Volkslauf. Aber einen Marathon, oder eine Langdistanz ohne entsprechende Vorbereitung zu absolvieren ist schlicht und ergreifend töricht und dumm.
Hier solltet Ihr frühzeitig die Reißleine ziehen und auf einen Start verzichten. Den Platz bekommt ihr in der Regel sehr schnell wieder los, so dass kaum finanzielle Einbußen entstehen. Bei allen anderen Terminen ist ein Plan B hilfreich. Wenn zum Beispiel die Vorbereitung für den schnellen 10er nicht ordentlich geklappt hat, schiebe ich das Ziel, dort eine neue Bestzeit zu laufen, auf den nächsten möglichen 10er und nehme den ursprünglichen Lauf nur als ein schnelles Training.
Bei der Planung eurer Wettkämpfe lohnt es sich also Teilziele zu definieren, diese zeitlich zu terminieren und entsprechende Rückschlüsse zu ziehen.

Wie ihr seht, scheinen SMARTe Ziele nicht nur im Projektmanagement gültig zu sein, auch im Sport lassen sie sich sehr schön umsetzen. Viel Spaß dabei!

SMARTe Ziele