Stryd Laufsensor – Ein Erfahrungsbericht

Running with Power - na hoffentlich!
Running with Power – na hoffentlich!

Was beim Radfahren zur Trainings- und Wettkampfsteuerung schon lange gang und gäbe ist, soll nun auch beim Laufen einen entscheidenden Vorteil bringen: die Leistungsmessung. Genau das ermöglicht der  Stryd. Da ist ein Sensor für einen Brustgurt, der neben der Herzfrequenz noch Dinge wie Lauftechnik / Laufeffizienz und eben die gelaufene Leistung messen kann.

Hype, oder nützlich? Dieser Frage bin ich in den letzten vier Wochen, in denen ich den Stryd nutzen konnten, nachgegangen.

Die Hardware

Wie eingangs beschrieben, ist das Stryd ein Brustgurt. Der Sensor ist dabei in etwa so groß wie die der alten Polar Brustgurte (die älteren unter euch mögen sich erinnern) allerdings ein wenig dicker. Aber das stört eigentlich nicht sonderlich. Der Gurt ist ein Standard Nylongurt, leicht zu verstellen und tut was er soll.

Stryd - Sensor
Der Sensor ist, im Vergleich mit Suunto und Polar, sehr groß

Das Setup

Der erste Betrieb vom Stryd erfolgte mangels passender Uhr (Suunto Ambit wird erst ab Version 3 unterstützt) über die iOS App.

Nach dem Runterladen wird via Bluetooth eine Verbindung zum Gurt aufgebaut. Hier sollte man aber peinlich drauf achten, dass der Gurt erst kurz vor dem Verbinden angelegt wird. Sonst schlägt das Pairing fehl.

Die App ist recht spärlich und auf das nötigste reduziert, dies soll aber kein Nachteil sein. Nach einem Firmware Update des Stryd möchte die App eine Leistungsbestimmung durchführen. Das Ergebnis ist der Leistungswert den man über 60min zu leisten in der Lage ist. Hierfür werden verschiedene Strecken in jeweils maximaler Geschwindigkeit absolviert und darauf der Wert errechnet. Hier wurde ich aus Sicht eines Trainers zum ersten Mal stutzig. Der Test sah wie folgt aus:

  • 10min Ein
  • 800m Easy Pace Run
  • 10min Aufwärmen
  • 1200m Vollgas
  • 30min Erholung
  • 2400m Vollgas
  • 10min Aus

Es mag ja den ein oder anderen geben, der dieses Programm tatsächlich durchgezogen hat, aber ehrlich gesagt, fehlen mir hier viele Faktoren, die einen richtigen Test ausmachen. Zum Beispiel: Warum 2x Aufwärmen, bzw. Einlaufen? Was soll der 800m-Lauf? Warum sind keine STLs geplant? Welchen Sinn hat ein 30min Erholungslauf vor einem weiteren Maximal-Test?

Fragen über Fragen, auf die mir Stryd eine Antwort schuldig bleibt.

Fazit zum Setup: Einrichtung läuft relativ problemlos, wenn man weiß wie, aber der Test ist für mich ein ziemlicher Witz.

In der Praxis

Vorab sei erwähnt, dass ich Leute, die Ihr Training ausschließlich mit dem Smartphone aufzeichnen, nicht verstehen kann. Ich für meinen Teil habe regelmäßig vergessen zu Starten, zu Beenden und Pause zu drücken. Da ist mir eine Uhr wesentlich lieber. Die Funktion 2x schnell auf den Stryd zu tappen, die im Intro für den Test erwähnt wird, scheint auch nur dort zu funktionieren – warum?

Nun, was bringen mit jetzt die Leistungsdaten genau?

Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Für die Statistik-Fanatiker unter euch ist es ein neue Wert zum Abspeichern. Aber beim Laufen, vor allem in Verbindung mit dem Smartphone bringt mir der Wert nichts. Warum? Der einfachste Grund ist der, dass ich beim Laufen Musik oder Podcasts höre. Das heißt, das Gebabbel der Stryd Stimme wurde von mir gleich nach dem ersten Test abgestellt. Somit waren die Daten für mich nur noch nachträglich ersichtlich. Das ginge auch anders.

Ansonsten habe ich den Leistungswerten keinen Mehrwert entzogen. Soll heißen, wenn ich einen Tempolauf, nach alter Manier mit Pace oder HF durchgeführt habe, wusste ich am Ende zwar wie viel Watt ich dabei erzeugt habe, aber mehr auch nicht.

Andersrum nach dieser Wattzahl einen Lauf durchzuführen habe ich später im Test, als ich in den Besitz einer Ambit 3 Peak gekommen bin, auch durchgeführt. Aber das Ergebnis war weder schneller, noch sonst irgendwie abweichend zu dem, was der erste Lauf gebracht hat. Sicherlich ist es am Berg interessant zu sehen, in welcher Art Leistung und Puls miteinander korrelieren. Aber einen Gewinn an Erkenntnis für mein Training habe ich dadurch nicht. Dazu ist ein Lauf in der Regel viel zu variantenreich in Bezug auf seine Topologie und anderer externer Einflüsse, wie zum Beispiel das körperliche Befinden.

Wie schon erwähnt, habe ich ab der zweiten Woche den Stryd mit eine Suunto Ambit 3 verwendet. Deutlich angenehmer in Bezug auf die Verwendung. Aber, warum der Stryd nur als HF oder als Leistungsmesser verwendet werden kann, ist mir bis heute ein Rätsel. Bei mir lief das Setup nur mit jeweils einem der beiden Werte. Das hieß für mich auch, einen zusätzlichen HF-Gurt zum Stryd zu benutzen, um an alle auszuwertenden Daten zu kommen.
Hier kann man auf ein, seit November letzen Jahres angekündigtes Firmware Update hoffen, welches diesen Fehler beheben soll. Ansonsten gab es keinerlei Auffälligkeiten in Kombination mit der Uhr.

Ausgewertet wurden meine Trainings übrigens mithilfe von Rubitrack, dies holt sich die Daten direkt vom Movescount, dem Dienst von Suunto. Der Stryd eigene Dienst lässt sich in Movescount sehr einfach als zusätzliche Quelle einrichten und somit stehen die Daten auch wieder Rubitrack zur Verfügung.

Fazit

Für mich bleibt der Stryd eine nette Spielerei, mehr nicht. Das Trainieren nach Leistung beim Laufen ist meines Erachtens viel differenzierter zu sehen als das beim Radfahren und somit schwer miteinander zu vergleichen.

Die anderen Werte wie die Kadenz liefert mir die Ambit von Haus aus mit. Wie eine Beurteilung der Laufeffizienz (= Bodenkontaktzeiten) erfolgt, ist mir ehrlich gesagt schleierhaft. Dafür sitzt der Sensor meiner Meinung nach (bin kein Physiker!) an der falschen Stelle. So können allenfalls Hypothesen aufgestellt werden. Mehr auch nicht.

Für 249,- Euro ist es also ein sehr teures Spielzeug. Dafür bekommt man schon fast zwei paar neue Laufschuhe und die machen gegebenenfalls wirklich schneller.

Für die Transparenz: Der Stryd wurde mir von der Firma BikeFast kostenlos für den Testzeitraum zur Verfügung gestellt. Dies hat aber auf den Inhalt des oben geschriebenen Textes keinerlei Einfluss.

An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an BikeFast!

Stryd Laufsensor – Ein Erfahrungsbericht

Lehrgang Funktionelles Training

Functional Training Vor kurzem bin ich wieder in den Genuss einer interessanten Fortbildung gekommen. Diese wurde vom BLSV ausgerichtet und diente mir zur Verlängerung meiner diversen Trainerlizenzen. Funktionelles Training, oder auch Functional Training war das Thema und es gab in zwei Tagen viele Praktische Übungen und in der Theorie den entsprechenden Hintergrund dazu.
Nachdem das Thema Stabi-Training – zum Glück – mehr und mehr an Aufmerksamkeit gewinnt (vom werten Herrn Firlus mal abgesehen…) fand ich eine solide Ausbildungsbasis ganz interessant.

Was steckt dahinter?

In der Theorie trainiert man beim Funktionellen Training nicht einzelne Muskeln, sondern komplette Muskelgruppen. Durch Kombinationen können so mehrere Elemente wie Kraft, Stabilität, Koordination, Beweglichkeit und Ausdauer gleichsam entwickelt werden.

Das Ziel sollte eine ausgeglichene Verteilung der unterschiedlichen Ausprägungen darstellen. Denn erst durch das effektive Zusammenspiel von Muskeln und Muskelgruppen können auch komplexe Bewegungen, wie zum Beispiel beim Laufen und Schwimmen ohne Ausweichbewegung ausgeführt werden. Weiterhin werden quasi beiläufig die Gelenke stabilisiert, da wir sehr viel mit der Tiefenmuskulatur arbeiten.

Weitere Vorteile dieser Art des Trainings: Es ist abwechslungsreich, erfordert wenig Geräte, hat eine hohe Effizienz und steigert die Körperwahrnehmung und die Tiefensensibilität. Vor allem die letzten Punkte werden beim Maschinentraining vollkommen vernachlässigt.

Tipps zur Durchführung

Übungsideen gibt es im Netz viele zu finden, daher spare ich mir hier eine detaillierte Beschreibung. Als Tipps solltet Ihr aber folgendes beachten:

  • instabile Unterlage, wie zum Beispiel ein Balance Pad, oder eine gerollte Matte verwenden
  • 8-16 Wiederholungen, oder 20-60 Sekunden Ausführungsdauer
  • lange Pausen vermeiden
  • in den Pausen runter von der Matte/dem Pad!
  • lieber 4×15 Minuten pro Woche als einmalig 1 Stunde
  • auch hier gilt: WarmUp nicht vergessen

Neben dem Balance Pad, ist ein Redondo Ball noch erwähnenswert. Mit ihm lässt sich nochmals mehr Abwechslung ins Training bringen. Wovon ich persönlich nicht viel halte: Brasils, XCOs oder Raktoren. Das Geld dafür kann man sich getrost sparen und lieber in einen Schwingstab investieren.

Mit diesen Hilfsmitteln lässt sich eines vermeiden: Langweile durch permanentes Wiederholen der gleichen Übungsabfolgen. Denn gerade im Funktionellen Training ist es wichtig, dass der Köper sich nicht so schnell anpassen soll.

Viel Spaß beim Ausprobieren und glaubt mir, es hilft euch weiter, egal welchen Sport ihr betreibt.

Lehrgang Funktionelles Training

Schlank und Schnell: Vivaldi

Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich meinem damaligen Lieblingsbrowser Opera den Rücken gekehrt und zu Chromium gewechselt bin. Mittlerweile tut sich aber wieder was am Browsermarkt, und ich habe einen neuen Liebling entdeckt: Vivaldi.

Viele Vorteile

Leichtgewichtig und Schnelligkeit sind eigentlich die Hauptkriterien, die ich an einen Browser stelle, zudem sollte der Datenschutz nicht zu kurz kommen (weshalb ich Kandidaten wie Chrome ausschließe) und obendrein sollte der Browser auch noch an meine Bedürfnisse anzupassen sein.

All das schafft Vivaldi mit einer Leichtigkeit, die ich damals beim ‘alten’ Opera schon bewundert habe.

Hier nur ein paar der Vorteile, die ich an Vivaldi schätze:

  • Tab-Stacking:Die Möglichkeit verschiedene Tabs, zum Beispiel thematisch zusammenzufassen als einen einzigen Tab.

    Mehrere Tabs als einen zusammengefasst
    Seiten Thematisch als einen Tab abbilden, mit Vivaldi geht´s!
  • Sessions:Geht in die gleiche Richtung wie das Tab-Stacking. Es ist hiermit möglich, komplette Browsersessions zu speichern und bei Bedarf wieder aufzurufen. Nützlich bei verschiedenen Kontexten wie zum Beispiel Arbeit / Privat oder bei der Themensammlung für ein bestimmtes Projekt.
  • Web-Panels:Ein äußerst nützliches Feature versteckt sich in der Sidebar, hier ist es nämlich möglich, eine komplette Website anzeigen zu lassen, die sich ständig selbst aktualisiert. So kann man zum Beispiel während des Surfen den Twitter-Stream im Auge behalten. Oder man schaut sich sich eine Liveveranstaltung nebst dem dazugehörigen Stream, an um ja keine Information zu verpassen.

    Web Panel in der Praxis
    Im Panel läuft Twitter nebenher.
  • Mehrere Seiten in einem Browserfenster:Beim Vergleichen von Produkten nutze ich dieses Feature sehr häufig. Es können zwei oder mehr Seiten parallel in einem Browserfenster angezeigt werden. Somit entfällt das lästige hin und herspringen in Tabs, oder Fenstern.

    Zwei Seiten gleichzeitig in einem Browserfenster
    Mit Vivaldi können 2, oder mehr Seiten gleichzeitig in einem Fenster angezeigt werden.
  • Notizen:Gerade beim Recherchieren für einen Artikel oder beim Sammeln von Informationen mache ich mir sehr gerne Notizen. Diese kann ich mit Vivaldi direkt in der Sidebar speichern und mit einer URL hinterlege, so bleiben die Infos und die entsprechenden Seiten immer beisammen.
  • Quick Commands:Drückt man ‘Command + E’ unter OS X, oder ‘F2’ unter Windows erhält man ein Quick-Command Fenster. Hier sind verschiedene Optionen möglich, vom Ansteuern eines speziellen Tabs zum Setzen von bestimmten Einstellungen geht eigentlich alles.

    Quick Command Fenster
    Das Qucik-Command Fenster in Vivaldi

Generell ist der gesamte Browser extrem auf die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Das fängt bei den Farben an (keine speziellen Themes notwendig !) und hört bei den Extensions auf. Hier ist Vivaldi kompatibel zu den gängigsten Chromes Extensions.

Selbst die gängigsten Tools für Webentwickler laufen ohne Probleme, also gibt es eigentlich nichts, was ich im Moment vermisse.

Wem also Firefox zu langsam, Chrome zu datenhungrig und Opera zu langweilig geworden ist, sollte sich definitiv Vivaldi einmal ansehen, es lohnt sich!

Schlank und Schnell: Vivaldi

Goodbye TextExpander

Moving TextExpander to KeyboardMaestroTextExpander (TE) war lange Zeit mein Programm der Wahl, wenn es um die Verwendung von Text-Bausteinen ging. Aus der Kombination ‘lsig’ wurde dann in Sekundenbruchteilen meine komplette Signatur gezaubert. Über die Jahre haben sich so mehrere hundert solcher Bausteine gesammelt. Aber jetzt ist Schluss damit. Smile, die Entwicklerfirma hinter TextExpander geht mit der neu erschienenen Version 6 einen Schritt in die meiner Meinung nach falsche Richtung.

Hiermit meine ich nicht das neue Abomodell. Davon kann man halten, was man möchte, aber den Preis dafür wäre ich bereit gewesen zu zahlen. Nein, ich rede von der Cloud-Lösung, die sich Smile ausgedacht hat. Die ist nämlich nicht optional, sondern alternativlos, wenn das Tool auf mehreren Rechnern oder iOS Geräten gleichzeitig verwendet werden soll.

Vorher waren die Optionen: Dropbox und iCloud – zugegeben auch nicht die besten Alternativen, aber immerhin. Ein weiterer Punkt ist nämlich die Sicherheit der Daten. Meine gesamten Snippets würden im Plaintext(!) auf den Servern von Smile liegen.

Nicht nur das potenziell jeder Mitarbeiter von Smile meine Daten lesen könnte (Ich vermute sehr stark, dass dem sicher nicht so ist), nein, auch jeder Angreifer hätte im Handumdrehen Zugriff auf solche Dinge wie meine IBAN, private Mailadresse und vieles mehr. Verschlüsselung? Fehlanzeige…

Das ist einerseits schade, läuft die Software doch schon seit Version 3 bei mir ohne Unterbrechung. Andererseits entstehen so auch wieder neue Möglichkeiten. Denn ehrlich gesagt, voll ausgenutzt habe ich den Funktionsumfang von TE nie. Daher fiel mir auch der Wechsel zu KeyboardMaestro (KM) leicht. Das Tool habe ich ebenfalls schon lange im Einsatz, allerdings bisherfür einen vollkommen anderen Einsatzzweck.

Der Umzug von TE nach KM gestaltet sich auch problemlos, für Ungeduldige gibt es bereits fertige Skripte 1 und 2. Ich habe den Umzug allerdings gleich dazu genutzt, kräftig aufzuräumen. Ich fange quasi wieder bei 0 Snippets an und alles, was ich mehr als 3x in Folge irgendwo tippen muss, wird als neues Snippet angelegt. Fertig.

Das einzige, was ich wohl wirklich vermissen werde, sind die – wirklich guten – Autokorrektur Snippet-Groups aus TE. Gerade im Englischen waren die eine große Hilfe. Werden doch die häufigsten Typos sofort korrigiert.

Sollte jemand hierfür eine Lösung parat haben, immer her damit!

Ansonsten schaut in die Links, da ist alles Wissenswerte zum Umzug erklärt.

Falls Ihr noch mehr über Alternativen zu TE hören wollte, empfehle ich diese Folge vom Übercast zu hören. Hier gibt der gute Andreas auch noch einen, wie ich finde, hilfereichen Tipp für ein KM Helper Marco.

  1. http://leancrew.com/all-this/2016/04/importing-textexpander-snippets-to-keyboard-maestro/
  2. https://ryanmo.co/2016/04/10/moving-textexpander-snippets-to-keyboard-maestro/
Goodbye TextExpander

Eine Meinung zur Trainingsanalyse

Das Bild des Sportler™ ist von Haus aus meist mit diversen Klischees behaftet und oft bedient er selbige auch mit einem Fleiß, der so manchem beim Training echt weiterhelfen würde…
Ein solches wäre zum Beispiel der Drang, alle Arten der sportlichen Aktivitäten aufzuzeichnen und zu dokumentieren. Vom Zählen der Schritte bis zum Bahnenzählen im Wasser wird alles notiert was nicht Niet und Nagelfest ist. Notwendig oder nicht? Ist das hier die Frage? Wir werden sehen…

Sportler mit Diagramm zur Trainingsanalyse
Credit: lumesse.typepad.com

Generell ist gegen die Dokumentation des Trainings nichts einzuwenden, im Gegenteil. Aus Sicht eines Trainers begrüße ich es sogar! Wenn es richtig gut läuft, lassen sich aus solchen Trainingstagebüchern richtig gute Informationen gewinnen und – vor allem – verwerten. Ohne den letzten Schritt bleibt jedoch nicht viel, außer vielleicht irgendwann seinen Enkeln Schwarz auf Bildschirm berichten zu können, was man früher zu leisten im Stande war. Auch bringen dann die ganzen High-Tech Uhren, Sportracker und Gadgets letztendlich nur eines: Frust. Frust deshalb, weil in der Zeit, in der das entsprechende Gerät installiert und konfiguriert wird, hätte man problemlos die Bestzeit auf seiner Hausrunde pulverisieren können. Im Ernst – ich habe auf einer Fortbildung einen Vertreter der Spezies “All Data belongs to me” getroffen, der brauchte vor einem stinknormalen Trainingslauf ganze 10 Minuten bis seine diversen Gadgets mit gefühlt 1kg Zusatzgewicht einsatzbereit waren.

Der Nutzen

Wie bereits gesagt, ist die Verwendung der diversen Geräte auf dem Markt per se nicht schlechtes. Es sollte aber vorab klar sein, was ich damit erreichen möchte. Dazu zählen zum Beispiel die Kontrolle des Trainingsfortschrittes und die daraus resultierende Steuerung des Trainings. Dafür ist nicht viel notwendig. Puls, Zeit Strecke und das persönliche Empfinden sind meiner Meinung nach die wichtigsten Indikatoren. Für die Ambitionierten vielleicht auch noch die Leistung (auf dem Rad). All dies lässt sich prima mit einer einfachen GPS-Sportuhr erledigen. Alles Weitere ist Bonusmaterial, das dem Ego hilft, aber sonst auch keinem1. Wenn ihr euch jetzt auch noch die Zeit nehmt, um diese Uhr und ihre, wahrscheinlich, reichhaltigen Funktionen kennenzulernen, seid Ihr auf dem richtigen Weg und es steht einer guten Auswertung nicht mehr im Weg.

Wozu dann der ganze Rest fragt Ihr euch? Die diversen Online-Portale, die ganzen Schrittzähler, Schwimmbahnenzähler und was es nicht alles gibt. Persönlich habe ich keine Idee dazu, Ihr vielleicht?


  1. sofern Ihr das Prädikat “Hobbysportler” tragt. 
Eine Meinung zur Trainingsanalyse

Let´s Encrypt bei All-Inkl.com

Es ist noch gar nicht lange her, dass ich den Blog auf SSL umgestellt habe. Jetzt steht aber schon das nächste Update ins Haus den All-Inkl.com, der Hoster meines Vertrauens, unterstützt jetzt auch Zertifikate von Let`s Encrypt.

Die Einrichtung dafür ist sehr Einfach gelöst. Im KAS der jeweiligen Hauptdomain auf SSL-Schutz klicken und anschließend auf den Reiter Let`s Encrypt. Hier den Hinweis durchlesen (Es ist noch in einer Beta!), den Haken setzen und auf Übernehmen klicken. Das war´s!
Das Ganze müsst Ihr auch bei den jeweiligen Subdomains “von Hand“ nachholen, automatisch passiert dies leider nicht (Danke Florian für den Tipp!).

Sicherlich kann lässt sich vortrefflich darüber streiten das auf diese Art und Weise die Integrität der Zertifikate nicht sichergestellt werden kann. Aber ehrlich, wer kann das bei Diensten wie StartSSL und Co nachweisen? Niemand. Daher bin ich so frei und nehme den Service so wie er ist dankend in Anspruch.

Jetzt gibt es SSL von Let`s Encrypt
Jetzt gibt es SSL von Let`s Encrypt
Let´s Encrypt bei All-Inkl.com

Wechsel von CrashPlan zu Arq

Nicht zuletzt wegen meines Datencrashes vor einigen Jahren schwöre ich auf eine gute Backup-Strategie. Diese beinhaltet auch ein sogenanntes Offsite-Backup, also eines, das nicht auf Hardware gespeichert wird, die physisch in eurem Haushalt vorhanden ist. Da es sich hierbei um den Inhalt meiner kompletten Festplatte handelt, ist es logischerweise in meinem Interesse, dass diese Daten verschlüsselt übertragen und verschlüsselt auf dem Server des Anbieters landen.

Bisher nutzte ich dafür den Service von CrashPlan. Dort kostet das 1-Jahres Abo im Familien Tarif – ich verwalte nebenbei auch noch die Backups einiger Familienmitglieder – rund 140,- Euro. Darin enthalten ist unlimitierter Speicherplatz für bis zu 10 Rechner. Es gab die Möglichkeit einen Key zum Verschlüsseln zu generieren, allerdings nur innerhalb der Software selbst. Es gab keine Option diesen extern zu erzeugen und einzufügen. Die Übertragung der Daten auf Server in den USA wurde ebenfalls 128bit AES Verschlüsselt. Soweit, so gut.
Was mich allerdings, abgesehen von dem dubiosen erzeugen des Krypto-Keys, noch mehr verzweifeln ließ, war die Client Software von Crashplan. Dieser in Java geschriebene Alptraum frisst nicht nur Systemressourcen ohne Ende, nein, er ist auch schnarchlangsam. Es gibt hier zwar einige Tricks, um die Sache erträglicher zu machen, aber es ist und bleibt halt keine native Software, die übrigens laut Anbieter seit gefühlt 5 Jahren in der Entwicklung ist.

Was neues musste also her: Arq.
Arq gibt es als native Software für Windows und für OS X, sie ist schnell, ressourcenschonend und obendrein sehr funktionell aufgebaut. Backup Ziel angeben, Ordner auswählen und los gehts. Der Client kostet als Single Lizenz 40 US-Dollar. Im Bündel wird’s entsprechend günstiger.
Der Haken an Arq: Sie bieten auch Online-Speicher an, dieser ist aber hoffnungslos überteuert. Hier habe ich mit Storage Box von Hetzner jedoch eine adäquate Lösung gefunden. Die 1 TB Box kostet 9,40 Euro pro Monat und reicht für insgesamt 4 Rechner erst mal eine ganze Weile aus. Die Verbindung erfolgt über SFTP mit selbsterstellten Zertifikaten und ist selbst für einen Laien im Handumdrehen erledigt. Schön an der Storage Box ist die monatliche Kündbarkeit und der problemlose Wechsel in andere Pakete. Das sucht man bei anderen Anbietern meist vergeblich.

Allerdings bedeutet der Wechsel, dass nun alle alten Backups bei CrashPlan weg sind und ich für jeden Rechner ein Basis-Backup zu Hetzner hochladen muss. Dies kann, bei entsprechender Größe und aufgrund unserer sauschnellen Internetverbindung  eine ganze Weile dauern. Achtet daher in dieser Zeit darauf das zumindest die TimeMachine Backups funktionieren.

Eines noch zum Schluss, das beste Backup ist nutzlos wenn es im Falle eines Falles defekt ist. Hier bieten CrashPlan als auch Arq entsprechende Routinen um die Backups zu überprüfen. Auch schadet ein gelegentliche Test nicht ob ihr eure Daten zuverlässig wiederherstellen könnt.

Wechsel von CrashPlan zu Arq

Neue Hardware: QNAP TS-251

Nachdem meine, mittlerweile etwas in die Jahre gekommenen, QNAP TS-210 den Geist aufgegeben hat, wurde es Zeit für was neues. Zuerst hatte ich daran gedacht, das Lager zu wechseln und mir eine Synology DiscStation (216) zuzulegen. Warum es trotzdem wieder QNAP geworden? Lest selbst.

Einsatzzweck des NAS bei mir sind: Virtualisierung (VM und Container), Backup zweier Rechner (TimeMachine), Datensilo für meine Archive und Speicherplatz für diverse Videos. Die Entscheidung für ein 2-Bay Gerät viel zugunsten der geringeren Leistungsaufnahme und der fehlenden Notwendigkeit für mehr Speicherplatz 😉

Hardware

Ich gehe hier nur auf die Punkte ein, die für meine Entscheidung wichtig waren. Es gibt da durchaus auch andere Präferenzen!

QNAP setzt auf einen Intel Celeron mit 2,41GHz, während Synology einen Marvell Chip mit 1,3GHz verbaut. Letzterer ist zwar etwas stromsparender (15.48W vs. 19.22W) aber auch nicht so leistungsfähig.
Um Virtuelle Maschinen und Container auf dem NAS laufen zu lassen, benötigt man vor allem eines: Viel RAM. Hier hat QNAP einen entscheidenden Vorteil, es wird mit 1GB ausgeliefert1, aber der RAM lässt sich erweitern. Ich habe meiner gleich 8GB spendiert und bin sehr zufrieden damit. Zum Vergleich, die DS-216 kommt mit 512MB RAM, welcher nicht erweiterbar ist.
Ein weiterer Pluspunkt für das QNAP: Port-Trunking 2x1GB Ethernet sind zwar nicht doppelt so schnell, aber dennoch deutlich leistungsfähiger als nur ein Port wie bei der Synology.
HotSwap ist ein Feature in der Kategorie nice to have. Dieses sucht man bei der Synology vergebens.
Warum man der Synology keinen Front USB 3.0 spendiert hat, bleibt mir auch ein Rätsel. Bei mir stehen die Geräte im Serverschrank und da möchte ich ungern hinten rumfummeln müssen, um schnell Daten auf das Gerät zu bekommen.

Software

Lange Zeit war der DiscStation Manager von Synology dem QTS vom QNAP deutlich überlegen, dies war für mich tatsächlich lange der Grund, warum ich neidisch zu Synology rübergeschielt habe. Aber, es hat sich viel getan, und die QTS Version 4.2 verspricht einiges.
Container und Virtuelle Maschinen kann man sehr bequem in einer jeweiligen App Starten. Somit laufen diese getrennt vom Systemprozess und können im Bedarfsfall einfach abgeschaltet werden. Zudem wurde meiner Meinung nach der DLNA Service massiv verbessert. Streaming von Filmen auf den heimischen Fernseher ist mit der TS-251 kein Problem mehr.
Ein weiterer Punkt: Die Sicherheit. Hardwareverschlüsselung bieten beide Geräte, aber bei QNAP findet man zusätzlich 2-Faktor Authentifizierung und die Möglichkeit einen VPN-Server mit L2TP/IPsec zu erstellen. Somit sollte auch die Verbindung von draußen einigermaßen abgesichert sein. Dafür habe ich im Moment noch keinen Anwendungsfall, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Soviel zu meiner Entscheidung. Welches NAS habt Ihr den im Einsatz und wofür nutzt Ihr es?


  1. Es gibt auch Gerät mit mehr RAM zu Kaufen, hier lohnt jedoch ein Preisvergleich. Meist ist ein Aufrüsten “von Hand“ deutlich billiger. 
Neue Hardware: QNAP TS-251

Goodbye GMail!

Eigentlich bietet Gmail alles, was das Herz begehrt. Große Dateianhänge? Kein Problem! Sicherer Zugriff von überall? Klar doch! Nahezu unbegrenzter Speicherplatz? Auch das!
Warum ich trotzdem dem Dienst den Rücken kehre und was es stattdessen für Möglichkeiten gibt, erkläre ich hier.

Was spricht dagegen

Machen wir uns nichts vor, Google (aka als Alphabet) lebt von Werbeeinnahmen. Dies macht natürlich nicht vor Ihrem kostenlos angebotenen Emaildienst halt1. Das diese kontextbezogene Werbung nur maschinell auswertet, ist auf der einen Seite zwar löblich, aber auf der anderen Seite auch bedenklich. Wer weiß schon genau, was noch an Metadaten aus den Mails gewonnen wird? Nicht nur das, wer kann noch auf diese Daten zugreifen?
Alles Fragen, auf die ich keine Antwort mit Gewissheit habe und je bekommen werde.

Darüber hinaus sollte jedem klar sein, Google könnte den Dienst, wie auch schon viele andere zuvor, einfach schließen. Und dann? Alle Mails futsch… Zugegeben, ein Recht hypothetisches Ereignis, aber keineswegs unmöglich.
Ähnlich sieht es aus wenn der Zugriff auf Gmail mal nicht funktioniert, sei es weil Ihr etwas verbockt habt, oder weil der Dienst nicht zu erreichen ist. Habt Ihr schon mal versucht bei Google jemand persönlich zu erreichen? Ein denkbar schwieriges Unterfangen. Worst case kommt Ihr überhaupt nicht mehr an eure Mails und könnt nichts dagegen tun!

Beachten solltet Ihr auch die Tatsache, dass eure Mailpartner, ob sie wollen oder nicht, ebenfalls von Gmail indexiert und erfasst werden. Peter Eckersley von der EFF meint dazu:

If all of your friends use Gmail, Google has your email anyway. Any time I email somebody who uses Gmail — and anytime they email me — Google has that email2.

Das mag auf den ersten Blick nicht relevant sein. Aber, mit Sicht auf die Möglichkeiten, die aus einer Auswertung der Daten resultieren, wird mir anders.

Und was sonst?

Alternative Webmailer

Hier muss man unterscheiden, bei Anbieter wie Web.de, GMX.de, Outlook und Co würde man sprichwörtlich den Teufel mit dem Beelzebub austreiben. Da steckt ein ähnliches Geschäftsmodell hinter wie bei Gmail, wenn auch die Reichweite bei weitem nicht an die von Google herankommt.

Anders sieht die Sache bei Anbietern wie Posteo oder ProtonMail aus. Diese Anbieter kann man durchweg als vertrauenswürdig einstufen.
Posteo betreibt seine Server nur in Deutschland und ist sehr transparent gegenüber seinen Kunden3. Posteo kostet auch nur einen kleinen Euro pro Monat. Einziger Haken: Es sind keine eigenen Domainnamen möglich. Eure Mailadresse endet immer mit @posteo.de
Bei ProtonMail handelt es sich um einen Service aus der Schweiz, dieser hat das zusätzliche Feature das Emails innerhalb des Dienstes Ende-zu-Ende verschlüsselt werden. Das heißt, nicht mal der Admin des Server könnte eure Emails lesen. Unklar ist allerdings noch das Geschäftsmodell, da der Dienst noch nicht lange aus seiner Beta-Phase heraus ist. Im Moment sieht es danach aus, dass sie wohl auch einen Obolus verlangen werden.

Es gibt am Markt auch noch Mail.de als Anbieter. Hier kann ich aber nichts zu sagen. Ich kenne keinen der diesen Dienst nutzt.

Shared Hosting

Viele Hosting Provider bieten die Möglichkeit zur passenden Domain auch gleich die entsprechenden Mailadresse zu registrieren und zu verwalten. Hier ist ganz klar der Vorteil: die erstellten Mailadressen gehören ganz klar zu eurer Domain. Zu den Nachteilen gehört definitiv, dass ein Wechsel des Anbieters durchaus problematisch werden kann, wenn auch gleich alle Emails und Adressen mit umgezogen werden müssen.
Auch sollte man den Anbieter seiner Wahl genau unter die Lupe nehmen. Die Server sollten zumindest in der EU stehen und zudem sollte eine hohe Verfügbarkeit garantiert werden. Ich selbst bin seit Jahren Kunde bei all-inkl und dort vollkommen zufrieden.

Mailadressen vom ISP

Von einer Mailadresse beim Anbieter seines Internetanschlusses kann ich nur abraten! Wird der Anschluss gekündigt, sind auch die Mails weg.

Eigener Mailserver

Eine Lösung für die Nerds unter euch. In der Vergangenheit hatte ich so was mal im Einsatz, aber ehrlich? Der Aufwand und die Zeit, die Ihr investieren müsst, bis das ganze mal läuft, ist enorm. Danach hat man das Thema Email zwar verstanden, ist aber auch darauf angewiesen, dass die eigene Infrastruktur permanent läuft und erreichbar ist. Obendrein ist diese Lösung auch recht kostspielig. Irgendwo muss ein Server im Internet platziert werden und das ist in der Regel nicht günstig.

Fazit

Für meinen Teil bin ich mit der Shared Hosting Lösung bei all-inkl sehr zufrieden. Sicherlich hat hier auch der Anbieter die Möglichkeit auf die Email zuzugreifen, aber es besteht hierfür in der Regel kein Interesse, oder gar eine Notwendigkeit. Die zweite Alternative: eine Hauptadresse bei einem der beiden Web Mailer. Der eigene Mailserver bleibt der nerdigen Aluhut-Fraktion überlassen. Es ist, wie schon geschrieben, eine geniale Erfahrung, aber meine gesamte Korrespondenz möchte ich durch eine unachtsame Konfiguration oder ein fehlerhaftes Update nicht verlieren.

Weiterführende Links

  • Unsicherheitsblog4
  • Google has most of my email, because it has all of yours5
  • How and why to quit Gmail6
Goodbye GMail!

Talkempfehlungen vom 32C3

Da ich leider nicht persönlich in Hamburg sein konnte, bin ich froh, dass das VOC die Videos vom 32C3 in einer Qualität und Geschwindigkeit ins Netz gestellt hat, das einem Schwindelig wurde. Danke dafür!

Nachfolgend ein paar Empfehlungen für Talks die ich bereits gesehen habe und interessant gefunden habe. Weitere Talks findet Ihr, wie immer, unter: http://media.ccc.de.

Falls Ihr noch Talks habt die ich unbedingt gesehen haben sollte, immer her damit!

Talkempfehlungen vom 32C3