RSS – Todgesagte leben länger

Wie der Titel unschwer erkennen lässt, bin ich nach wie vor ein bekennender Freund des allseits beliebten (und leider oft Todgesagten) Protokolls RSS (Really Simple Syndication).
Für meinen täglichen Newskonsum ist es unerlässlich und bietet mir viele Möglichkeiten es meinen Gewohnheiten und Worksflows anzupassen.
Welche das sind und wie sich mein Newskonsum aktuell gestaltet, davon soll dieser Artikel handeln.

Warum noch RSS?

… Wir haben doch schließlich Twitter, Instagram (+= $SocialNetwork) und diverse Newsletter habe ich doch auch noch im Abo! Eben drum. Das ist mir persönlich alles zu viel Digitales-Rauschen.

Meine primären Anwendungsfälle, weshalb ich RSS so sehr schätze sind:

  • Schnell einen Überblick über die aktuelle Nachrichtenlage, ohne vorher alle dafür vorhanden Portale im Browser besuchen zu müssen
  • Zu bestimmten Themen, die z. B. in einem Blog diskutiert werden, auf dem Stand der dinge bleiben und das ohne diesen permanent offen zu halten
  • Nachrichten dann lesen, wann ich es möchte
  • Sämtliche Ressourcen im Netz an einer Stelle gebündelt vorliegen haben, seien es Newsletter, YouTube Abos, spezielle Twitteraccounts usw.

RSS und die Infrastruktur

Aktuell habe ich rund 420 Feeds abonniert. Als Service hierfür nutze ich, nachdem der Google Reader (RIP) geschlossen wurde, den Dienst Feedbin. Der Service lässt sich wunderbar in diverse RSS-Apps einbinden. Meine App der Wahl heißt hier derzeit Reeder. Die ist primär bei mir unter iOS im Einsatz. Am Rechner selbst konsumiere ich selten bis gar keine RSS Feeds. Eine Alternative zu Reeder ist NetNewsWire, der derzeit wieder aktiv auf allen -Plattformen angeboten wird und noch dazu kostenlos ist.

Ein Bonus den Feedbin mitbringt: Ich kann hier auch diverse Newsletter hinschicken lassen. So bleibt die Inbox frei und ich kann die lesen, wann es mir passt.

Der Service ist auch ausgezeichnet per App-Ökosystem angebunden. Finde ich beispielsweise am unter iOS eine Seite die ich abonnieren möchte, nutze ich die App FeedHawk die mir genau dies per Service Sheet ermöglicht.

Am Mac bin ich freund eines Alfred-Workflows, der mir ebenfalls ein Abonnieren direkt ermöglicht.

RSS in der Praxis

Mit dem oben genannten Setup bewaffnet sieht es aktuell bei mir so aus, dass ich jeden Abend, meist am iPad die Feeds des Tages durchscanne, ob etwas Interessantes dabei ist.

Dabei differenziere ich (per entsprechendem Verschlagwortung) Tagesaktuelles geschehen und fachliche Beiträge. Erstere lese ich in der Regel sofort und letztere landen bei entsprechendem Interesse in meinem „Read later Service der Wahl“ — Pinboard.in. Mit dem Read Later Flag versehen nehme ich mir 1-2 pro Woche Zeit die Artikel in Ruhe zu lesen und entsprechend zu verschlagworten, oder zu verwerfen ;-)

Finde ich neue Ressourcen bekommen diese erst mal das Schlagwort „ToOberserve“ und werden entsprechend ein paar Wochen beobachtet bevor sie mit den Alltags-Schlagworten versehen werden. So behalte ich den Überblick was neu ist und ob mir der Inhalt das gibt, was ich mir davon verspreche.

So schaffe ich pro Abend rund 500 Artikel zu scannen und zu bearbeiten, das dauert in der Regel 15-30min.

An dieser Stelle sei noch ein weiterer Tipp verraten, wozu RSS Feeds ebenfalls nützlich sind. Damit lasse ich eBay-Suchanfragen bequem als Feed liefern, sobald hier etwas neues Erscheint.
Wie das geht? Konfiguriert in eBay eine Suche und führt diese einmalig aus. Fügt dann am Ende der URL ‚ &rss=1 ‘ ein und fertig ist der RSS-Feed für eure eBay Suche.

Ich hoffe, ich konnte euch ebenfalls dazu motivieren, wieder mehr auf das gute alte RSS zu setzen. Andernfalls würde mich interessieren wie ihr heutzutage eure News konsumiert.

Dienstminimierung: Pocket raus, Pinboard rein

Pinboard.in Icon

Nicht immer hat man die Zeit, Blogpost, oder andere Informationen im Netz sofort zu lesen. Dafür habe ich lange Zeit den Dienst Pocket verwendet, der es ermöglicht, eben diese Website für das spätere lesen offline zu speichern. Durch eine extrem gute Integration in alle Browser und einer guten App-Unterstützung war es jederzeit möglich auf Pocket und sein Archiv zuzugreifen.

Im Rahmen meiner Aktion “Dienstminimierung” – in der es darum geht a) die generelle Verwendung von Diensten und Services einzuschränken und b) meine Daten wieder mehr unter meine Kontrolle zu bringen – ist aber Pocket nun ersetzt worden durch einen Dienst, den ich ebenfalls schon sehr lange im Einsatz habe: Pinboard.in.

Eigentlich als Social-Bookmarking gedacht, hat Pinboard ebenfalls eine Option gespeicherte Informationen als “Später lesen“ zu markieren. Dank des Share-Sheets in iOS und der fabelhaften iOS-App Pinner ist die Integration auf dem Smartphone kein Problem. Einziger Haken, der Browser am Rechner, hier hatte ich bisher keine Lösung gefunden Links, die ich gerne später anschauen möchte, schnell in Pinboard zu speichern.

Das hat sich mit einem kleinen Workflow für Alfred aber schlagartig geändert: Workflow for Pinboard. Dieser erlaubt es, den aktuell geöffneten Tab, nebst entsprechender Schlagworte und gesetzter Optionen (Privater Link / Später Lesen) schnell bei Pinboard zu speichern.

Schnelle Eingabe von Schlagworten
Schnelle Eingabe von Schlagworten

 

Der Workflow bietet weiterhin noch etliche weitere Möglichkeiten. Er durchsucht zum Beispiel euere bereits gespeicherten Bookmarks, kann Schlagworte verändern et cetera. Ein Blick in die Einstellung kann also nicht schaden!

Die Einstellungen des Workflows
Die Einstellungen des Workflows

 

Nun fehlte noch eines.
Als sehr wählerischer Mensch in Bezug auf Schriftarten- und größen habe ich es gerne in der Hand, zu entscheiden wie ich Websiten lese. Da, meiner Meinung nach, sich viel zu wenig mit einem schönem Layout und einer lesbaren Schrift auseinandergesetzt wird, muss hier auch eine Do-It-Yourself Lösung für mich her. Diese kommt in Form der OS X-App ReadKit.
Hier kann ich direkt auf die Später Lesen Bookmarks in Pinboard zugreifen und mir diese, so wie ich möchte, anzeigen lassen.

Listenansicht von ReadKit
Listenansicht von ReadKit

 

Somit gibt es keinen Grund mehr, Pocket zu verwenden und jemandem fremdes Informationen über mich preiszugeben. Denn denkt immer dran:

Free Model
Free Model

(Quelle: Geek & Poke)

Immer und Überall: Bookmarks

Wenn Ihr, wie ich, schon zur älteren Generation gehört, sind euch sicher die Lesezeichen im Browser ein Begriff. Früher emsig gepflegt, verkommen sie mit der Zeit immer mehr zum Datengrab. Sei es durch einen  Wechsel des Browsers oder schlichtweg durch Datenverlust.
Warum also nicht das ganze in einem Online-Dienst speichern? Zugriff von überall – Smartphone, Desktop, Laptop alle greifen auf einen einzigen Datenbestand zurück. Ein Traum.

Der Dienst meiner Wahl heißt pinboard.in hier habe ich die Möglichkeit alles an Lesezeichen abzuspeichern, was mir wichtig erscheint. Durch ein Intelligentes Tagging 1, ist es möglich seinen gesammelten Datenbestand schnell und effektiv zu durchforsten. Mittels eines “Read later” – Schalter hat man zusätzlich noch die Option, sich eine Leseliste zu erzeugen. Übrigens: Genau diese Option hat den Dienst Pocket für mich obsolet gemacht, probiert es aus, es funktioniert hervorragend!

Per default ist euere Bookmark-Liste public und somit für jeden einsehbar. Wem das nicht gefällt kann die entsprechende Einstellung schnell und umkompliziert ändern. Persönlich habe ich aber nichts gegen dieses kleine “Social-Feature” und habe es daher aktiviert.

Stichwort Social

pinboard.in is Social Bookmarking for Introverts

Bookmarks, die niemanden was angehen, können mit einem ‚Private‘ Tag versehen werden und sind somit nur für euch sichtbar.

Eines der besten Features sind die Tag-Bundles. Hier könnt Ihr unter einem Schlagwort eine ganze Liste von Tags zusammenfassen. So könnt Ihr zum Beispiel: ’OS X’, ‘Windows’, ‘Linux’ unter dem Tag ‘Betriebssysteme’ zusammenfassen.

Auch ist es möglich, mithilfe der Tag-Bundles Bookmarks ‘private-only’ zu schalten. Hierzu genügt ein ‘.’ vor dem entsprechendem Tag.

Der Dienst kostet pro Jahr im Moment 11$, zusätzlich kann man für 25$ noch eine Archiv-Funktion einrichten, die eine gebookmarkte Website dauerhaft auf den Servern von pinboard speichert. Dadurch gehen die Informationen auf Ihr niemals verloren, selbst wenn die Seite vom Netz genommen wird.

Tools

Für pinboard.in gibt es eine ganze Reihe nützlicher Tools auf allen Plattformen. Für iOS ist mein derzeitiger Favorit: Pinner. Am Mac nutze ich zum Lesen ReadKit und zur Pflege und Erstellung, diverse Workflows für Alfred.

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